TBT mit Kindern

TBT ist eine hochwirksame Body-Mind-Technik, mit der die Erinnerungen an belastende Ereignisse/Erlebnisse sanft und schnell „entschärft“ werden können, sodass sie keine weiteren Stressreaktionen mehr auslösen.

Da TBT u.a. stimmliche Verfremdungen von gehörten Erinnerungen und visuelle Verfremdungen von gesehenen und körperlichen Schock-Ereignissen beinhaltet, können Kinder fast spielerisch ihre belastenden Erfahrungen verarbeiten.

Hier ein paar Fallbeispiele:

Das Schreibaby

Eine Mutter kam mit ihrer 6-Monate-alten Tochter, die seit der Geburt nur ganz wenig und dann auch nur kurz schlafen konnte, stattdessen aber schrie, sobald sie hingelegt wurde. Alle Lösungsversuche, auch medikamentös hatten kaum Erfolg. Beide Eltern waren völlig erschöpft.

Auf die Frage, ob während der Schwangerschaft oder der Geburt etwas Belastendes stattgefunden hatte, erzählte die Mutter von einem Verkehrsunfall, bei dem sie in Panik geraten war: „Mein Baby, mein Baby“. Da sonst nichts Nennenswertes vorlag, haben wir dieses Ereignis ‘neutralisiert‘.

Währenddessen schlief das Baby, das anfangs quengelte, ein. Und es schlief auch weiter, als die Mutter auf dem Heimweg mit einem geplatzten Reifen auf der Autobahn ins Schleudern kam.

Ein Jahr später berichtete die Mutter, dass das Kind seit der Behandlung keine weiteren Probleme mit dem Schlafen hatte.

In der Schule

Die 9-jährige Claudia (Name geändert) mit einer schweren Auto-Immun-Erkrankung lebt seit einigen Jahren in einer Adoptiv-Familie, nachdem ihre leibliche Mutter völlig überfordert war. Claudia ist sehr schreckhaft und hat sichtbar Angst vor Personen, die etwas lauter werden. Sie erstarrt dann komplett und kann eine Weile nicht mehr sprechen. In der Schule hat das häufig zu Problemen geführt, denn wenn der Lehrer nicht gleich eine Antwort bekommt und dann mit Nachdruck insistiert, ist der Tag für Claudia gelaufen. Er war auch nicht bereit, das Abfragen kreativer und sanfter zu gestalten. Trotz sichtbarer Intelligenz war für Claudia die Versetzung gefährdet.

Claudia hat aufgrund der frühesten Traumatisierungen das Erstarren als ihre Schutz-Automatik etabliert. Sie hat keinen Einfluss darauf, es geschieht unwillkürlich. Da auch ich für sie zunächst eine fremde Autoritätsperson war, schien es mir sinnvoller, spielerisch an einem aktuellen Ereignis zu demonstrieren, wie TBT wirkt.

Wir haben also mit dem Satz „Claudia ist mündlich in jedem Fach auf einer 5“ gearbeitet, bis Claudia sichtbar entspannt und sogar amüsiert war. Sie war so glücklich, dass sie am Ende von sich aus gefragt hat, ob sie wiederkommen darf. Das hat mich tief berührt.

Da bei TBT nur 8 Akupunkturpunkte geklopft werden, verbunden mit Atemübungen, empfahl ich außerdem, diese Übungen täglich weiterzuführen, damit Claudia sich mit der Zeit sicher genug fühlt, um statt der automatischen Erstarrung andere Reaktionen auszuprobieren, d.h. wählen zu können.

Claudia übt täglich gemeinsam mit ihrer Mutter, und sie wurde versetzt.

Der Unfall

Markus ist mittlerweile 13 Jahre alt. Seine Mutter, Ute M. war im letzten TBT-Kurs und erzählte zu Hause begeistert von ihren Erfahrungen. So fragte sie auch ihre Kinder, ob sie sich an etwas Schlimmes erinnern, das sie gerne entspannter sehen möchten. Markus erzählte, er erinnere sich genau, wie er als 3-/4-Jähriger mit einem Freund im Wald auf gestapelten Baumstämmen gespielt habe. Ein Stamm hatte sich gelöst und ist mitsamt den Kindern in den Fluss gerollt.

Für Markus war der schlimmste Moment zu erkennen, dass er so erstarrt war, dass er nicht die rettende Hand nehmen konnte, und dass er erst nach einigen Momenten, wo er immer wieder gerufen wurde, ‘auftaute‘. Er hatte auch jetzt immer wieder Träume, wo er völlig gelähmt war.

Nach der Behandlung war er so begeistert, dass er sagte: „Mama, können wir das noch öfter machen, das ist so cool!“

Auch wenn gerade Jugendliche das ‘Klopfen‘ eher uncool finden: „Das sieht so bekloppt aus.“, sind sie andererseits sehr zugänglich, wenn sie merken, wie schnell der Stress sich in Luft auflöst, und wenn sie kreative Alternativen finden, wie sie z.B. auf Hänseleien und Mobbing effektiver reagieren können. (aus den Workshops)